Wie ich gerade dem offiziellen Google-Blog entnommen habe, gelten ab dem 1. März 2012 für alle Google-Dienste neue Datenschutzrichtlinien:
So we’re rolling out a new main privacy policy that covers the majority of our products and explains what information we collect, and how we use it, in a much more readable […]
Regulators globally have been calling for shorter, simpler privacy policies—and having one policy covering many different products is now fairly standard across the web.
Google bezeichnet die neuen Richtlinien in diesem Absatz als einfacher, so einfach, dass man sogar ein Google-typisches Video veröffentlicht hat:
Interessant ist jedoch der folgende Abschnitt:
The main change is for users with Google Accounts. Our new Privacy Policy makes clear that, if you’re signed in, we may combine information you've provided from one service with information from other services. In short, we’ll treat you as a single user across all our products, which will mean a simpler, more intuitive Google experience.
Google nimmt sich also das Recht heraus, Informationen der verschiedenen Dienste miteinander zu vereinigen, mit der Begründung, dass Google damit einfacher zu bedienen sein wird. Das stimmt natürlich, wenn man keine Bedenken hat, ständig unter Google-Beobachtung zu stehen.
Man kann sich den Aufschrei in den Behörden der diversen Datenschutzbeauftragten der Länder und des Bundes vorstellen, wenn den Damen und Herren ein halbes Jahr später mal wieder eine neue Version des Internet ausgedruckt worden sein wird.
Die Datenschutzrichtlinien sollten natürlich niemanden überraschen. Tante Google war schon immer eine Daten-Krake. Der gläserne User ist schon lange Realität, das WWW wird schon lange durch die corporate world kontrolliert, die natürlich Geld verdienen will. Dieser Realität muss man sich stellen, sobald man seinen Computer mit dem Internet verbindet.
Außerdem: Chapeau, Google, chapeau. Die Google-Dienste sind einfach verlockend. Mich überkommt es manchmal, “Google-frei” zu leben, denn es gibt ja Alternativen. Aber bisher bin ich – Asche über mein Haupt – immer wieder zu Google zurückgekrochen (bildlich: Wie die Katzenklappe, die Mr Burns bei den Simpsons benutzt, wenn er seine Mitarbeiter, sprich: Homer, in sein Büro kommen lässt). Und 1. sind die anderen Dienste datenschutzrechtlich auch nicht viel besser und 2. – ich wiederhole mich — ist Google einfach soooo praktisch. Verdammt. Schlimm ist das!
So bleibt nur zu hoffen, dass sich Google an das eigene Motto hält (“Don’t be evil!”) und nicht im Stile eines Dr. Evil agiert. Man stelle sich Meetings der höheren Manager-Ebene bei Google vor, die alle das “V of evil contemplation” vollführen: