Opera stellt ‘Presto’ ein

File:Opera O.svg

Wie ich gerade erst gelesen habe (die Nachricht ging letzte Woche irgendwie an mir vorbei), hat sich der norwegische Browser-Hersteller Opera dazu entschlossen, seine hauseigene Web-Rendering-Engine ‘Presto’ zugunsten von Webkit einzustellen. Webkit ist die Rendering-Engine, die unter anderem in Google Chrome, Apple Safari und Amazons Browser Silk (für den Kindle Fire) zum Einsatz kommt. Operas Software-Entwickler werden sich angeblich aktiv an der Weiterentwicklung von Webkit beteiligen. Man kann Opera irgendwie verstehen (da durch diesen Schritt die Verbreitung des Opera-Browsers erleichtert wird), aber gleichzeitig ist es jammerschade: Das Herz eines Browsers ist nunmal die Rendering-Engine – Opera gibt damit gewissermaßen seine eigene Identität auf. Das WWW wird zur Monokultur; Web-Standards verwahrlosen  zu “Webkit-Standards”. Die Offenheit des WWW ist manifest gefährdet. Die Browserkriege der späten 1990er lassen grüßen, als der Microsoft Internet Explorer im Netz den Ton angab.
     Und was ist mit Mozilla? Noch benutzt Mozilla seine eigene Rendering-Engine ‘Gecko’ (noch zu den guten alten Netscape-Zeiten geboren und seither weiterentwickelt) – und es ist zu hoffen, dass dies auch so bleiben wird: Die Mission Mozillas ist die Schaffung eines offenen Webs (Mozilla Manifest), die Einstellung von Gecko bzw. eine Webkit-Monokultur würde dem direkt widersprechen (zum Glück laufen auch alle Firefox-Addons über Gecko. Und schließlich arbeitet Mozilla bereits an einem Gecko-Nachfolger). Hier zur Erinnerung:


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>