- Mozilla installieren
- Daten aus Netscape 4 oder eine anderen Mozilla Suite importieren
- Eine bestehende Version aktualisieren
- Komponenten nachinstallieren
- Erweiterungen, Addons, Themes
- Addons installieren, die eine bestimmte Mozilla-Version erwarten
- Kompatibilitätsüberprüfung der Addons/Extensions deaktivieren
- Einen "Channel" auswählen (zukünftige Versionen probieren)
1. Mozilla installieren
Mozilla und seine Ableger werden für Windows Installationsdatei angeboten (für Windows-User wohl der normale Weg), aber auch als einfache ZIP-Datei (entpacken, mozilla.exe/seamonkey.exe/firefox.exe/thunderbird.exe starten). Was man bevorzugt, bleibt jedem selbst überlassen. Grundsätzlich sollten Anfänger zu den Installationsdateien greifen, da die ZIP-Versionen teilweise Probleme mit der korrekten Einbindung von Plugins machen. Wenn man sich regelmäßig nightlies herunterlädt sind die ZIP-Dateien wohl einfacher zu verwalten — inzwischen ist es aber auch hier einfacher, über Hilfe — Nach Updates suchen sich den neuesten nightly zu installieren.
Von Portableapps gibt es auch diverse Mozilla-Versionen (Firefox, Thunderbird, Seamonkey), die sich auf einen USB-Stick installieren lassen und damit keine Spuren auf dem PC hinterlassen.
Für Linux gibt es diverse Möglichkeiten der Installation. Am einfachsten ist wohl die Installation über die Softwarecenter, die bei aktuellen Linux-Systemen inzwischen Standard sind (oder über die Kommandozeile, z.B. Debian/Ubuntu: aptitude, apt-get, usw.). Damit ist die Installation nur einen Klick entfernt. Meistens ist jedoch mindestens ein Mozilla-Browser bereits Teil des Systems. Es existieren auch RPMs für Redhat und DEBs für Debian/Ubuntu. Für Linux sind die Mozilla-Browser sowohl in 32bit als auch 64bit verfügbar. Der "klassische" Linux-Weg ist die Installation über den mozilla-installer (seamonkey-, firefox-):
– X-Window starten
– Linux Build downloaden, z.B. mozilla-i686-pc-linux-gnu-1.0-sea.tar.gz und entpacken
– in einem terminal Fenster die Installation starten mit
./mozilla-installer (Netscape: netscape-installer)
Die Installation sollte für jeden Linuxer selbsterklärend sein.
Achtung: Sollte man ein 64-bit-System einsetzen, sollte man unter Linux auch unbedingt eine 64-bit-Version der Software installieren. Die 32-bit-Versionen laufen zwar unter 64-bit-Linux, aber das Einbinden von Plugins funktioniert dann nicht. Deshalb: Lädt man die Programme direkt bei Mozilla.com herunter, bitte darauf achten, dass man die korrekte Version erhält.
Für den Mac existieren ebenfalls diverse Installationsmöglichkeiten, siehe z.B. http://support.mozilla.com/de/kb/Installing+Firefox+on+Mac
Es ist auch möglich, bei der Suite (heute sprich: Seamonkey) nur den Browser zu installieren, will man später dann trotzdem weitere Komponenten benutzen kann man diese nachinstallieren (siehe Punkt 4). Dies ergibt aber eher wenig Sinn.
2. Daten aus Netscape 4 oder einer anderen Mozilla Suite (Seamonkey) importieren
Aus Netscape 4
Beim ersten Start wird normalerweise ein vorhandenes Netscape 4 Profil nach Mozilla migriert, d.h. die Daten werden kopiert, nicht verschoben. Das alte Profil wird dabei weitestgehend übernommen.
Eventuell gibt es Probleme mit speziellen Ports (Mozilla hat eine Art Böse-Buben-Ports-Liste). Das Netscape 4 Adressbuch wird meist auch vergessen. Um das Netscape 4 Adressbuch zu importieren geht man folgendermaßen vor: Man exportiert es in Netscape 4 im ldif Format und importiert es dann in Mozilla.
Will man den alten Netscape 4 Ballast nicht in Mozilla übernehmen (was zu bevorzugen ist), kann man die Daten manuell kopieren:
C:\Programme\Netscape\Users\DeinProfil\Mail
befinden sie per default die Mail-Dateien von Netscape 4.xx (die Dateien ohne Endung, also z.B. "Inbox" oder "Sent"). Diese Dateien (und evtl. Unterordner) kopiert man manuell ins Profil-Verzeichnis von Mozilla.
Inzwischen können die Mail-Dateien aber auch bequem über Tools | Import übernommen werden.
Mozilla wird diese Mailordner dann beim nächsten Start der Mail-Komponente einbinden.
Mit den Bookmarks verfährt man genauso. Man kopiert die Datei bookmark.htm in das Mozilla Profil und benennt die Datei danach in bookmarks.html um.
Adressbuch:
Im Netscape 4.xx das Adressbuch im ldif-Format exportieren und diese Datei dann mit Mozilla importieren, als Format "Text".
Cookies:
Die Datei cookies.txt in das Mozilla-Profil kopieren.
Von einer anderen Mozilla-Suite bzw. Seamonkey
Da die Daten unter Mozilla/Seamonkey austauschbar sind, kann man wichtige Dateien auch einfach manuell umkopieren. Erweiterungen (Addons) muss man jedoch neu installieren.
- E-Mails:
Im Profilverzeichnis den Unterordner “Mail” in das neu angelegte Profil kopieren. - News:
Im Profilverzeichnis den Unterordner “News” in das neu angelegte Profil kopieren. - Adressbuch:
abook.mab ins neu angelegte Profil kopieren. - Lesezeichen (Bookmarks)
Die Datei bookmarks.html ins neue Profil kopieren.
Welche Datei was beinhaltet findet man hier.
3. Eine bestehende Version aktualisieren
Grundsätzlich gilt:
– Das Profil, d.h. die persönlichen Daten, befindet sich in einem separaten Verzeichnis und bleibt von der Neuinstallation unberührt. Es wird automatisch in die Neuinstallation eingebunden.
– Installierte Addons, Themes und (seltener) Plugins arbeiten womöglich nicht mit der neuen Version zusammen. Oft dauert es ein wenig, bis Updates dafür erscheinen. Aber meist geschieht dies bei populären Erweiterungen sehr rasch (oft funktionieren diese bereits mit den Beta-Versionen von Seamonkey, Firefox und Thunderbird frei). Außerdem überprüfen die Mozilla-Programme nach der Aktualisierung, ob es neue Versionen der Addons und Themes gibt, somit entfällt oftmals das manuelle Updaten.
– Sollte es nach dem Update Probleme geben (oft handelt es sich dabei um Merkwürdigkeiten der Oberfläche), hilft das Löschen folgender Dateien: XUL.mfl, den Ordner /chrome/ (Achtung: dabei gehen installierte Themes verloren), localstore.rdf. Danach das Programm neustarten.
Mozilla Suite/Seamonkey
Das Aktualisieren einer bestehenden Version von Mozilla/Seamonkey ist kein Problem: Es wird zwar oft empfohlen, eine alte Version vorher zu deinstallieren, dies ist aber nicht zwingend notwendig, daeine bestehende Installation erkennt und aktualisiert wird. Anders gesagt: Neue Version herunterladen, installieren, fertig.
Inzwischen sollte man aber der Einfachheit halber auf die komfortable Update-Funktion zurückgreifen (Hilfe > Nach Updates suchen). Damit entfällt das Herunterladen kompletter Versionen.
Eine Alternative zum vorherigen Deinstallieren/Updaten der alten Mozilla-Version ist natürlich, die neuere Version in ein neues Programmverzeichnis zu installieren. Zumindest hat das den Vorteil, dass die alte Version vollständig erhalten bleibt, was speziell bei der Neuinstallation eines Nightlies, bei denen man ja nie weiß, ob und wie gut sie funktionieren, von Vorteil ist. Nachteil: Addons und ähnliches müssen oft neu installiert werden, falls man sie nicht ins Profilverzeichnis installiert hat. Um die neue Parallel-Version mit dem vollständigen Funktionsumfang der alten Version auszurüsten, sind nach der Installation noch folgende Kopierarbeien (jeweils aus den Programm-Unterverzeichnissen des alten builds in das neue build) notwendig:
– Inhalt des Unterverzeichnisses plugins
– ggf. "flashplayer.xpt aus Unterverzeichnis components
– Inhalt des Unterverzeichnisses searchplugins
– für die Rechtschreibprüfung den Inhalt des Unterverzeichnisses components\myspell\
Unter http://www.mozhilfe.de wird dieses Thema ausführlicher behandelt.
Firefox/Thunderbird
Firefox und Thunderbird haben seit geraumer Zeit eine automatische Update-Funktion, welche den Vorteil hat, dass nur diejenigen Komponenten aktualisiert werden, die ein Update benötigen. Das hat den Vorteil, dass man sich nicht jedes Mal das komplette Programm herunterladen muss. Das Update wird über Hilfe > Firefox/Thunderbird aktualisieren gesteuert. Man kann das automatisierte Updaten auch unterbinden: Einstellungen –> Erweitert –> Update.
Ab Firefox 4 befindet sich die automatische Update-Funktion unter Hilfe > Über Firefox.
K-Meleon
K-Meleon bietet Updates in sehr unregelmäßigen Abständen an. Diese müssen manuell von der Webseite des K-Meleon-Projekts heruntergeladen werden.
Netscape (der Vollständigkeit halber – Netscape ist jetzt ja schon seit einiger Zeit im Browser-Himmel)
Netscape 7.x: wie Mozilla Suite
Netscape 8.x/9.x: wie Firefox
4. Komponenten nachinstallieren
Jede Mozilla-Komponente liegt normalerweise als XPI vor, d.h. es ist möglich, einzelne Programmteile nachträglich zu installieren, ohne das Setup erneut auszuführen.
Alle offiziellen Programmteile findet man auf ftp.mozilla.org in den jeweiligen XPI-Ordnern einer Mozilla/Seamonkey/Firefox/Thunderbird-Version. Beispielsweise finden sich alle Sprachdateien für die Windows-Version von Firefox 4 in folgendem Verzeichnis:
ftp://releases.mozilla.org/pub/mozilla.org/firefox/releases/4.0/win32/xpi/
Von dort können nun die Komponenten nachinstalliert werden.
Update: Leider ist das nicht mehr für alle Mozilla-Versionen der Fall, so z.B. für Seamonkey.
5. Erweiterungen, Addons, Themes
Eine wunderbare Sache, um Mozilla und Co. mit zusätzlichen, zumeist nützlichen Funktionen auszustatten. Viele Erweiterungen findet man auf https://addons.mozilla.org/ oder http://www.mozdev.org. Um Erweiterungen installieren zu können, muss in den Einstellungen die »Software-Installation« aktiviert sein. Ab Mozilla 1.7 müssen die Webseiten, von denen man eine Erweiterung installieren will, in einer so genannten »Whitelist« eingetragen sein; entweder lädt man sich das Installationspaket dann lokal herunter oder fügt die Webseite dieser Liste hinzu. Alternativ über »about:config« (in der erscheinenden Liste nach der Eigenschaft »xpinstall.whitelist.add« suchen, auf den Eintrag doppelklicken und dann die in Frage kommende Webseite eintragen, z.B. mozdev.org). Firefox fragt den Benutzer aber auf jeden Fall, ob die Software installiert werden darf.
Wenn man in Thunderbird eine Erweiterung installieren will, muss man diese auf jeden Fall erst herunterladen; eine Installation direkt von einer Webseite ist hier nicht möglich.
6. Addons installieren, die eine bestimmte Mozilla-Version erwarten
Wenn Addons installiert werden, überprüft deren Installationsroutine, welche Mozilla-Version benutzt wird (also z.B. Firefox 2.0 oder höher). Nun kann es passieren, dass die Installation des Addons abbricht, weil das Install-Script nur bestimmte Mozilla-Versionen zulässt. Oft funktioniert der folgende Workaround (als konkretes Beispiel die Installation der Mouse Gestures). Aber Achtung: Nur für versierte Benutzer!
- Die Installationsdatei (der Mouse Gestures) downloaden
- Die XPI-Datei entpacken(evtl. dazu erst die Endung in .zip abändern)
- Die Datei install.rdfmit einem “guten” Editor öffnen (nicht Notepad, wenn kein anderer Editor verfügbar ist, Wordpad benutzen)
- Nach folgenden Angaben suchen (für Firefox, für andere Mozillas angleichen):
<em:targetApplication> <!– Firefox –>
<Description>
<em:id>{ec8030f7-c20a-464f-9b0e-13a3a9e97384}</em:id>
<em:minVersion>1.0</em:minVersion>
<em:maxVersion>2.0.0.*</em:maxVersion>
</Description> - Die Angabe bei
<em:maxVersion>2.0.0.*</em:maxVersion>
ändern in
<em:maxVersion>3.1</em:maxVersion> - Die Änderungen speichern und die Dateien wieder in einem ZIP-Archiv zusammenfassen. Diese neu erstellte ZIP-Datei umbenennen in .xpi und dann in Firefox 3.0RC1 installieren.
Achtung: Benutzung dieses Workarounds auf eigene Gefahr! Nicht alle Addons lassen sich so leicht manipulieren.
7. Kompatibilitätsüberprüfung der Addons/Plugins deaktivieren
Hinweis: Nur erfahrene Benutzer sollten diese Überprüfung deaktivieren, da es zu unvorhergesehen Problemen kommen kann, wenn Firefox gezwungen wird, mit inkompatiblen Addons zusammenzuarbeiten.
Um die Überprüfung zu deaktivieren:
- about:config (oder alternativ über user.js)
- Neuen Boolean-Eintrag anlegen
- Name: extensions.checkCompatibility
- Wert: false
8. Einen "Channel" auswählen (zukünftige Versionen probieren)
Wer sich die "Zukunft" von Firefox, Thunderbird und Seamonkey ansehen will, kann seit Frühjahr 2011 aus verschiedenen Versionen der Programme auswählen.
Fertige Version: Geprüft und getestet vor dem Release, also die Version, die man als vorsichtiger User installieren sollte.
Beta: Ist man ein wenig experimentierfreudiger, installiert man sie die Beta, die neue Funktionen beinhaltet, aber evtl. nicht so stabil wie die fertige Version sein kann.
Aurora/Early Bird: Für mutige User, die die allerneuesten Funktionien und Innovationen testen wollen. Kann mitunter sehr instabil sein.
Nightly: Geht noch einen Schritt weiter, d.h. die Nightlies sind Entwicklerversionen, ungetestet und Benutzung erfolgt hier auf eigene Gefahr.
Auswahl des Channels für Firefox: http://www.mozilla.org/de/firefox/channel/
Auswahl des Channels für Thunderbird: http://www.mozilla.org/en-US/thunderbird/channel/
Auswahl für Seamonkey: ftp://ftp.mozilla.org/pub/seamonkey
Nightlies sind nur direkt über den FTP-Server verfügbar, nicht auf den Channel-Seiten. Das könnte man als ersten Test sehen, ob man genug Ahnung hat, eine solch instabile Programmversion einzusetzen…
Diese FAQ ist mit Hilfe folgender Personen entstanden:
Frank Widmaier, Helge Hielscher, Raul Pinto, Robert Kaiser, Boris 'pi' Piwinger, Christian Biesinger, Henrik Skupin, Rainer Bielefeld, Benjamin Lorenz, Kai Garlipp, Thore Tams, Michael Mundt, Hartmut Figge, Markus Hossner, Christof Kluß, Peter Aschwanden, Daniel Merbeck, Jonny Roggenbuck, Max Fischer, Helmar Wieland und der ganzen dcsm community.